
Als mein Oberschmuser Siro heute morgen nicht gleich vor der Türe saß, wurde ich gleich unruhig und machte mir Sorgen.
Gewöhnlich ist es nämlich so, dass er sofort bei Fuß steht, wenn ich aus dem Bad komme, auch wenn er nur ein paar Minuten draussen war, wollte er sofort seine Streicheleinheiten haben und dann eine Schale voll leckeres Nassfutter.
Ich rief ihn einige Male, aber es dauerte bestimmt so ca. 10 Minuten bis er kam.
Zuerst war ich total erleichtert ihn zu sehen, aber als er näher kam bin ich sehr erschrocken, denn er blutete am linken Hinterbein, er ließ mich aber nicht nachschauen, sondern verkrümelte sich sofort in Meike's Bettkasten.
Das nutze ihn aber nichts und wir zogen ihn mitsamt dem Kasten langsam unter dem Bett hervor.
Weil er auf der rechten Seite lag konnte ich sehen, dass er eine Wunde hatte die doch recht groß zu sein schien, und ich wollte natürlich sofort abgeklärt haben was er hat und was da passiert sein konnte.
Ich rief auf der Stelle den TA an, und er sagte wir sollen sofort kommen.
Wir müssen ca. 20km fahren bis zur Praxis und wie es immer ist wenn es schnell gehen soll, LKW's und Wohnwagen vor uns, außerdem noch eine rote Ampel ..., aber um 9 Uhr waren wir vor Ort und Dr. Stolzefuß sagte, nach nur kurzer erster Betrachtung, um ihm nicht weh zu tun, das sieht aber übel aus, er muß erst einmal in Narkose damit ich überhaupt richtig schauen kann, wie groß das Ausmaß der Verletzung ist.
Wir waren die ganze Zeit, bis die Narkose wirkte ( ca. 15 Minuten ), bei ihm und haben ihn gestreichelt, ihm Mut gemacht, er hat soooooooo laut geschnurrt und wir haben keine einzige Sekunde gedacht, dass wir ihn nicht lebendig mit nach Hause nehmen können.
Während der Fahrt hatten wir alle möglichen Gedanken der Gesundwerdung im Kopf und Meike sagte: "Siro muß bestimmt eine ganze Weile drin bleiben, bis die Wunde verheilt ist !
Ja, bestimmt, meinte ich, das wird aber hart für ihn und sicherlich bekommt er noch einen Kragen, damit er nicht an der Wunde kratzen, oder sie ablecken kann."
Wie gerne würde ich ihn den ganzen Tag verwöhnen und ablenken, damit der das Rausgehen für eine Weile vergessen könnte.... wenn er nur noch da wäre.
Was für ein Glück im Nachhinein, dass meine Tochter Urlaub hatte und dabei war, denn alleine hätte ich das nicht verkraftet.
Laut Tierarzt wurde Siro sehr wahrscheinlich überfahren.
( direkt neben unserer Haustüre, auf dem mittleren Parkplatz, habe ich, als wir nach Hause kamen, Blut gefunden, außerdem haben wir die Straße und die parkenden Autos nach Spuren abgesucht, dort aber nichts gefunden )
Ich dachte, Siro wäre irgendwo hängen geblieben und hätte sich lediglich eine Fleischwunde zugezogen, denn sooooo schlimm sah es auch wieder nicht aus, er hat zwar geblutet, aber für diese Verletzung war das dann doch wieder nicht viel.
Dr. Stolzefuß stellte aber fest, dass fast der ganze Schwanz abgerissen war, und nur noch an einem Häutchen hing, bis hoch zur Wirbelsäule war alles auf, es war ein wirklich großes Loch,
( ich konnte nur mit einem zusammengekniffenen Auge hinsehen, im Gegensatz zu Meike, und dieser Anblick verfolgt mich nun, und Meike auch )
das konnte ich durch das dichte Fell gar nicht sehen.
Darm und Blase wären ebenfalls betroffen, meinte er.
Siro hätte so nicht mehr richtig weiterleben können, und es konnte sehr sehr schweren Herzens nur eine Entscheidung geben
Ich bin zutiefst traurig und nur am heulen, auch wenn ich weiß, dass seine Seele ganz schnell aufgestiegen ist.
Wenn ich den erwische, der das gemacht hat ….. es kann immer passieren, dass ein Tier überfahren wird, aber wir haben hier eine Spielstrasse, da darf man nicht schneller als 3 - 10km fahren... und dann auch noch abhauen ... das ist das Allerletzte.
Der einzige Trost ist, dass er noch heimkam und nicht alleine irgendwo da draussen gestorben ist, wenn ich mir vorstelle, was der Kleine für eine Angst und Schmerzen gehabt haben muß, könnte ich laut schreien.
Mein Lebensgefährte hat, nachdem Siro noch einige Stunden hier offen in seiner Transportbox liegen durfte, auch unter vielen Tränen, einen stabilen kleinen Sarg gebaut und das Grab ausgehoben.
Wir haben ihn dann mit Kissen, Decken, seinen geliebten Mäusen und Baldriankissen in seinen letzen Ruheplatz gebettet, und ihn dann im Garten, gleich neben Picacho, beerdigt,
es tut sooooooo schrecklich weh, heute noch viel mehr als an dem Tag als es passierte, weil ich es da gar nicht realisieren konnte,
... wir alle hätten ihn so gerne noch bei uns gehabt !!!
In der Zwischenzeit haben wir die Nachbarn befragt ob vielleicht jemand etwas beobachtet hat, aber leider ohne Erfolg.
Ich weiß, dass Siro nix mehr davon hat, wenn wir wissen wer es war, aber ich würde denjenigen ohne mit der Wimper zu zucken anzeigen, auch wenn Tiere hier nur Sachen sind -:((, aber dann ginge es halt um * Sachbeschädigung mit Todesfolge * es kann und darf einfach nicht sein, dass so etwas Schreckliches geschieht und der Verursacher gleichgültig weiterfährt.