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Unsterblichkeit der Seele
"Gott hat uns in Seiner Freigebigkeit schon hier einen Vorgeschmack bereitet und uns gewisse Beweise
für den Unterschied gegeben, der zwischen dem Körper, der Seele und dem Geist besteht.
Wir sehen, daß Kälte, Hitze, Leiden und so weiter nur den Körper betreffen. Der Geist wird nicht davon berührt.
Wie oft sehen wir Menschen, die arm, krank, elend angezogen, ohne Unterhalt und dennoch geistig stark sind.
Was auch der Körper leiden mag, ihr Geist ist frei und wohl. Und wiederum, wie oft sehen wir Reiche,
physisch kräftig und gesund, und doch mit einer Seele, die todkrank ist.
Für den schauenden Sinn ist es ganz klar, daß der Geist des Menschen etwas ist, das sich sehr von seinem
physischen Körper unterscheidet.
Der Geist ist unveränderlich, unzerstörbar.
Der Fortschritt und die Entfaltung der Seele, ihre Freude und Sorge, sind vom physischen Körper unabhängig.
Wenn ein Freund uns Freude oder Leid bereitet, wenn sich eine Liebe als echt oder falsch erweist,
immer ist es die Seele, die berührt wird. Wenn unsere Lieben fern von uns sind - die Seele ist es,
die sich grämt, und der Gram oder der seelische Kummer mag eine Auswirkung im Körper haben.
Wird daher der Geist mit heiligen Tugenden genährt, so ist der Körper freudig,
fällt die Seele in Sünden, so liegt der Körper in Qualen.
Wenn wir Wahrheit, Beständigkeit, Treue und Liebe finden, sind wir glücklich,
doch wenn wir auf Lüge, Treulosigkeit und Falschheit treffen, sind wir unglücklich.
Dies alles ist der Seele eigen und keine körperliche Krankheit.
Daraus ergibt sich, daß die Seele gleich dem Körper ihre besondere Eigenart besitzt.
Wenn nun der Körper einen Wandel durchmacht, so braucht dadurch nicht auch der Geist berührt zu werden.
Wenn ihr ein Spiegelglas zerbrecht, auf das die Sonne schien, so ist das Glas zerbrochen,
die Sonne aber scheint noch immer ...
Das gleiche gilt für den Geist des Menschen. Wenn auch der Tod seinen Körper zerstört,
so hat er doch keine Macht über seinen Geist, der ewig, dauernd und frei von Geburt und Tod ist.
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